Altes und Neues


Eine über 110 Jahre bestehende Institution in Gefahr

Wer zählt schon die vielen tausend Menschen, alt und jung, die jedes Jahr das Waldhaus Obernburg besuchen um inmitten des Obernburger Stadtwaldes einige Stunden in geselliger Runde zu verbringen. Wer zählt die vielen Kinder, die unbeschwert und in gesunder Luft im Wald und auf unserem Spielplatz spielen können.
Wer aber sieht auch die Arbeit und das zeitliche Engagement der Aktiven des Waldhausvereins, die es erst möglich machen, dass es das Waldhaus Obernburg mit all seinen Dienstleistungen überhaupt gibt ?

Wenn es den Waldhausverein und seine Mitglieder - und insbesondere die Aktiven des Vereins, die unentgeltlich die Bewirtschaftung übernehmen - einmal nicht mehr geben sollte, dann ist die seit über 100 Jahren bestehende Institution "Waldhaus Obernburg" unwiederbringlich dahin.

Leider scheint diese düstere Prognose in nicht allzu langer Zeit Realität zu werden. Immer mehr langgediente Aktive können aus Altersgründen oder aufgrund gesundheitlicher Mängel oft nach 30 oder mehr Jahren ihren Dienst nicht mehr ausüben.
Und leider sind immer weniger junge Menschen bereit, einige Stunden im Jahr für den Verein und die Gäste des Waldhauses zu opfern. Die Zeit scheint nicht mehr fern zu sein, dass die derzeitigen Öffnungszeiten wegen Personalmangel reduziert werden müssen. Dies wäre ein herber Verlust für den Verein, die Stadt Obernburg und alle Gäste und Besucher aus Nah und Fern.
Dabei heißt es "Aktiv" im Verein zu sein, nicht nur zu arbeiten. Der Verein bietet im Laufe des Jahres eine Fülle von geselligen Veranstaltungen, die Möglichkeit die Einrichtungen des Vereins zu nutzen, u.a. auch eine Ferienwohnung.
Für Neubürger bietet die Mitgliedschaft im Verein eine ideale Müglichkeit neue, nette Menschen kennenzulernen.

Wir appellieren daher an alle Mitbürgerinnen und Mitbürger, Freunde und Gäste des Waldhauses, helfen Sie mit, das Waldhaus und seine Dienstleistungen in der derzeitigen Form zu erhalten. Machen Sie mit bei uns!

Noch Fragen ? Alle Mitglieder des Vorstandes und alle Aktiven beantworten sie gerne. Einmal "schnuppern" ? Einmal hinter die "Kulissen schauen" ?
Natürlich gerne. Kommen Sie doch einfach einmal vorbei oder rufen Sie an.

Wir freuen und auf Sie !


Waldhausepilog

Wie alles mol im Laaf der Zeid
Wird ald un morsch un schwächlisch,
Sou isses Waldhaus jetzt sou weit:
Wormäßisch un gebrechlisch.

Johraus, johreu, schtehts soch do draus
Seit de Johrhunnertwende
Un hietl drotz schweste Zeide aus
Bis an seu jetzisch Ende.

Was hot des a scho mitgemacht
Un gude un schlechde Zeide,
Vom Schtorm un Rääsche, Daach un Nacht
Bedrocht von alle Seite.

Es widerstand em dickste Schnee
Un a de greßte Hitze,
Es hielt de Kobb schtets in die Heh,
Bam Dunnern und bam Blitze.

Was hot mer vor dem Kriesch dodraus
Fer Festschen abgehalde,
Mit Kind un Keeschel zooche nasu
Die Junge un die Alde.

Wie hot des Bier dort, eisgekiehlt,
Geschmeckt samt em Knobliensche,
Die Schtadtkapell hot uffgespielt,
De Karl danzt mit seum Fiensche.

Doe Weibsleit ziehn de Kuche vor,
Die Kinner seun geschbrunge
Un zwischedorrsch hot dann en Chor
Die "Waldeslust" gesunge.

Am Männerdisch ward frisch un froh
En Schafkobb jetz gedrosche
Korzim, fer jeden war was do
Fers Herz un fer die Gosche.

Am Owend packt´mer eu de Grahm
In alle Kinnerscheese
Un zooch zufriede widder hahm,
Weils werklisch schee gewese.

Vieltausend Mensche triebs do naus
Zum Abschluß von de Woche,
Um an dem scheene Blätzje draus
Erhoulung sich zu suche.

Bam Zammebruch, finf Johr seuns her,
Sein Lumb eugebroche
Un ausgeplindert, kahl und leer
Sou stands dann lange Woche.

Doch die Vereunsmitglieder all,
Die truche ahns zum annern,
De Linke Franz, de Eischen Ball,
Die sah mer dauernd wannern.

Do hot sich widder mol bewährt
De Waldhausgeist uffs beste,
Die Eurischtung hot sich vermehrt
Zur Freide aller Gäste.

Un Johrelang gings widder naus
Um sich do zu erhohle,
Doch jetzt guckts Alder werklisch raus
Aus Bretter, Diel un Bohle.

Sou wird´s hald in der nexte Zeit
Von der Bildfläsch ganz verschwinne
Um mir wern an der Hinnerseit
E schee nei Waldhaus finne.

Diesen Epilog schrieb der Obernburger Heimatdichter Gustl Konze
Anfang des Jahres 1950. Am 13. August 1950 wurde dann
dieses neue Waldhaus eingeweiht.